Ursprung, Wandel und Bedeutung des Sechseläutens

Das Sechseläuten gehört zu den bekanntesten Traditionen Zürichs.

Was heute mit Zünften, Umzug, Reitern und dem Verbrennen des Bööggs verbunden wird, hat seine Wurzeln im historischen Zürich und entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem der bekanntesten Frühlingsfeste der Stadt.

Der Ursprung: Wenn es sechs Uhr schlägt

Der Name Sechseläuten verweist auf das Läuten der Kirchenglocken um sechs Uhr abends.

Früher waren die Arbeitstage im Winter aufgrund des fehlenden Tageslichts kürzer. Mit dem Frühling begann wieder die längere Sommerarbeitszeit.

Das Läuten um sechs Uhr markierte diesen Wechsel.

Was ursprünglich vor allem ein fester Zeitpunkt im Arbeitsjahr der Stadt war, entwickelte sich mit der Zeit zu einem gesellschaftlichen Ereignis.

Die Zürcher Zünfte

Die Zünfte prägten Zürich über Jahrhunderte wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch.

Sie waren weit mehr als Zusammenschlüsse verschiedener Berufe und spielten lange eine wichtige Rolle bei der Organisation und Führung der Stadt.

Auch die Feier zum Beginn der Sommerarbeitszeit wurde von den Zünften getragen.

Aus den Feierlichkeiten entwickelten sich im Laufe der Zeit Umzüge, gemeinsame Essen und weitere Traditionen.

So entstand schrittweise das Sechseläuten, wie wir es heute kennen.

Der Böögg

Der Böögg gehört heute zu den bekanntesten Symbolen des Sechseläutens.

Die grosse Schneemannfigur steht sinnbildlich für den Winter und wird zum Abschluss des Festes auf einem Holzstoss verbrannt.

Im Kopf des Bööggs befindet sich Feuerwerk.

Wenn dieses explodiert, ist einer der bekanntesten Momente des Sechseläutens erreicht.

Vom Frühlingsritual zum Wetterorakel

Rund um die Brenndauer des Bööggs entwickelte sich eine weitere bekannte Tradition.

Gemessen wird die Zeit vom Anzünden des Holzstosses bis zur Explosion des Kopfes.

Diese Zeit wird traditionell als eine Art Orakel für den kommenden Sommer interpretiert.

Die einfache Idee dahinter:

Je schneller der Kopf des Bööggs explodiert, desto besser soll der Sommer werden.

Eine wissenschaftliche Wetterprognose ist das natürlich nicht.

Trotzdem gehört das Orakel heute fest zum Sechseläuten. Jedes Jahr wird die Zeit gemessen, diskutiert und mit früheren Jahren verglichen.

Und spätestens danach wissen sowieso alle wieder, was die Zeit für den Sommer bedeutet.

Genau hier beginnt Züri Orakel

Diese eine Zeitspanne ist die Grundlage unseres Schätzspiels.

Bevor der Böögg angezündet wird, gibst du deine persönliche Schätzung in Minuten und Sekunden ab.

Nach der Explosion zeigt sich, wer mit seinem Tipp am nächsten an der tatsächlichen Brenndauer lag.

So wird aus dem traditionellen Wetterorakel ein gemeinsames Zürcher Schätzspiel.

Jetzt Schätzung abgeben

Die Zeiten der vergangenen Jahre

Wie lange dauerte es letztes Jahr?

Wann explodierte der Böögg besonders schnell?

Welches Jahr hatte die längste Brenndauer?

Und wie lange dauerte es eigentlich in deinem Geburtsjahr?

In unserer Datenreihe kannst du die historischen Brenndauern vergleichen und nachsehen, wie sich die Zeiten über die Jahre verändert haben.

Legende (Sommer Juni–Juli–August)
☀️ wärmerer Sommer (3 Stufen)
🌧️ nasserer Sommer (3 Stufen)
Einstufung basiert auf der Verteilung (Drittel) der Sommerwerte 1965–2025.
Jahr Brenndauer Sommer Info
202612:48🥵 wird ausgewertet
202526:30☀️☀️☀️ 🌧️🌧️
202431:28☀️☀️☀️ 🌧️2024 in Heiden AR (22.06.2024)
202357:00☀️☀️☀️ 🌧️
202237:59☀️☀️☀️ 🌧️
202112:57☀️☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️2021 in der Schöllenenschlucht (COVID)
2020☀️☀️☀️ 🌧️🌧️Keine Durchführung
201917:44☀️☀️☀️ 🌧️🌧️
201820:31☀️☀️☀️ 🌧️
20179:56☀️☀️☀️ 🌧️
201643:34☀️☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
201520:39☀️☀️☀️ 🌧️
20147:23☀️☀️ 🌧️🌧️
201335:11☀️☀️☀️ 🌧️
201212:07☀️☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
201110:56☀️☀️ 🌧️🌧️
201012:54☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
200912:55☀️☀️☀️ 🌧️🌧️
200826:01☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
200712:09☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
200610:28☀️☀️☀️ 🌧️
200517:52☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
200411:42☀️☀️ 🌧️🌧️
20035:42☀️☀️☀️ 🌧️
200212:24☀️☀️☀️ 🌧️
200126:23☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
200016:45☀️☀️ 🌧️🌧️
199923:52☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
199810:13☀️☀️ 🌧️
19977:30☀️☀️ 🌧️🌧️
19968:00☀️ 🌧️🌧️
19955:51☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
199421:55☀️☀️☀️ 🌧️
199323:30☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
199210:13☀️☀️☀️ 🌧️
199112:00☀️☀️ 🌧️
199010:30☀️☀️ 🌧️🌧️
198924:00☀️☀️ 🌧️
198840:00☀️ 🌧️
198717:00☀️ 🌧️🌧️
198614:00☀️ 🌧️🌧️🌧️
198524:00☀️ 🌧️
198422:00☀️ 🌧️
198324:20☀️☀️☀️ 🌧️
198213:00☀️☀️ 🌧️🌧️🌧️
198114:10☀️ 🌧️
198017:00☀️ 🌧️🌧️
197919:00☀️ 🌧️🌧️
197812:00☀️ 🌧️🌧️
197727:00☀️ 🌧️🌧️🌧️
197611:00☀️☀️ 🌧️🌧️
197522:00☀️ 🌧️🌧️🌧️
19745:07☀️ 🌧️🌧️
197326:00☀️☀️ 🌧️🌧️
19728:00☀️ 🌧️🌧️🌧️
19715:00☀️ 🌧️🌧️🌧️
197040:00☀️☀️ 🌧️🌧️
196910:00☀️ 🌧️🌧️🌧️
19685:00☀️ 🌧️🌧️
19676:00☀️ 🌧️🌧️
196616:00☀️ 🌧️🌧️🌧️
196520:00☀️ 🌧️🌧️🌧️